Viele Industrieunternehmen sind vertrieblich schon lange international aufgestellt. Exporte in das Ausland gehören zum Alltag. Dennoch ist internationales Marketing sehr aufwändig. Die relevanten Unterlagen müssen in der Regel in andere Sprachen übersetzt werden und dann ist da auch noch die Website, die mehrsprachig sein sollte. Nur so können Sie auch Ihr Onlinemarketing internationalisieren. 

Umfang der Übersetzung

Die grundlegende Entscheidung ist, wie weit die Übersetzung der Inhalte gehen soll. Sollen wirklich alle Inhalte übersetzt werden oder nicht? Wenn nicht alle Inhalte übersetzt werden sollen, was soll mit den Inhalten passieren, die nicht übersetzt sind? Hier gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Beginnen wir mit der vollständigen Übersetzung.

vollständige Übersetzung

Diese Variante bedeutet, dass alle Inhalte 1:1 in die anderen Sprachen übersetzt werden sollen. So wird es immer eine genaue Entsprechung geben. Gerade bei Industrieunternehmen kann das sehr umfangreich werden. Wenn Sie beispielsweise Produktbroschüren, Datenblätter und technische Dokumentationen anbieten wollen, müssen Sie diese auch immer in allen Sprachen aktuell halten. Ein weitere Thema sind News, für die es auch immer eine Entsprechung geben muß. Bei Stellenangeboten kann das anders sein, wenn nur für einen lokalen Markt gesucht wird.

teilweise Übersetzung

Bei einer teilweisen Übersetzung werden, wie der Name schon sagt, nicht alle Inhalte übersetzt. Dabei ist die spannende Frage, wie viel vom Inhalt der Website übersetzt werden soll. Wenn es große Teile des Inhalts sind, dann lohnt es sich meist, in der gleichen Seitenstruktur zu arbeiten. Sind es wirklich nur einzelne Teile, dann kann es auch besser sein, einen getrennten Seitenbaum zu pflegen. 

gemischtes Modell

Auch das kann es geben. Beispielsweise könnte Deutsch als die Standardsprache angelegt sein und Englisch als 1:1-Übersetzung. Zusätzlich gibt es dann vielleicht noch eine abgespeckte Version in Mandarin, weil hier die Übersetzung mit einem viel zu hohen Aufwand verbunden wäre. Dann spricht man von einem Mischmodell.

Single-Tree vs. Multi-Tree.

Da wir bei unseren Projekten TYPO3 einsetzen, kennen wir aus dieser Welt 2 Ansätze. Das ist der Single-Tree- und der Multi-Tree-Ansatz. Mit dem “Baum” ist dabei der Seitenbaum gemeint, denn TYPO3 verwaltet Seiten in ihrer hierarchischen Struktur, so wie diese auch im Frontend im Menü erscheinen.

Single-Tree-Ansatz

Hierbei gibt es nur einen Seitenbaum und darin existiert für jede Seite und jedes Content-Element eine Übersetzung. Da Mehrsprachigkeit ein Standard-Feature von TYPO3 ist, fällt das im Grunde “aus der Tüte” (und muß dann nur noch konfiguriert werden). Plugins sind dafür nicht notwendig. 

So kann beim Single-Tree-Ansatz auch auf jeder Seite eine Link zur Übersetzung angezeigt werden. 

Die spannende Frage ist dann, was mit Inhalten passieren soll, für die keine Übersetzung existiert. 

Diese könnte man schlicht ausblenden und sie wären dann in Menüs und Listenansichten einfach nicht vorhanden. Auch gäbe es dann an diesen Stellen keinen Link zur Übersetzung. So behalten Redakteure weiterhin den Überblick über die Struktur der Inhalte.

Alternativ kann man auch ein Content-Fallback definieren. Ist eine Seite in der gewünschten Sprache nicht vorhanden, wird eine Alternativ-Sprache angezeigt. Das kann dann die Standardsprache sein oder auch eine Andere. Beispielsweise: Sie haben 3 Sprachen - deutsch, englisch, spanisch. Dann wäre es sinnvoll, die englische Version anzuzeigen, wenn keine Spanische vorhanden ist. 

Multi-Tree-Ansatz

Diese Variante bedeutet, dass man unterschiedliche Seitenbäume je nach Sprache pflegt. Das ist vor Allem dann sinnvoll, wenn man große Unterschiede in der Navigationsstruktur hat. Hier ist zwar ein Springen zwischen den Sprachen kaum möglich aber auch dieser Ansatz hat seine Vorteile. 

Ein gutes Beispiel ist hier wieder die Seite mit Deutsch als Standardsprache und Mandarin als Zweitsprache. 

Änderungen nachvollziehen

Wenn die Seite einmal steht, ist es ja noch lange nicht vorbei. Ihre Produkte ändern sich, Blogposts müssen veröffentlicht werden etc. Die Content-Marketing-Maschine (gerade für Industrieunternehmen bzw. B2B im Allgemeinen bietet Content-Marketing fantastische Möglichkeiten) beginnt zu arbeiten. Jetzt geht es daran, die Inhalte über mehrere Sprachen synchron zu halten. Diese Aufgabe kann man automatisieren, indem man vergleichen lässt, auf welchen Seiten es Änderungen gab. Das vergleicht man dann mit den letzten Änderungen in den anderen Sprachen. 

Weitere Herausforderungen - SEO

Die Internationalisierung birgt gerade für die Suchmaschinenoptimierung einige weitere Herausforderungen. Hier muß z.B. auf eine genaue Auszeichnung der Sprache geachtet werden, so dass Google nicht raten muss, welche Sprache das ist. Weitere technische Hilfsmittel sorgen dafür, dass die Zusammenhänge zwischen den Sprachversionen erkannt werden können.

Fazit - mehrsprachige Websites für Industrieunternehmen sind beherrschbar…

...mit den richtigen Tools und Methoden!

Haben Sie Fragen zu diesen Themen, dann nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf!